Welche Kamera für gute Fotos

Fangen wir mal mit der Kamera an.

Die richtige Kamera

Welche Kamera ist die richtige Kamera für mich?

Welche Kamera ist die Richtige? Diese Frage lässt sich leider nicht ganz so einfach beantworten.

Grundsätzlich gilt natürlich, die beste Kamera ist die, die Du dabeihast. In der Regel wirst Du Dein Smartphone immer dabeihaben und mit einem Smartphone sind mittlerweile wirklich gute Fotos möglich. Ja ich möchte sogar behaupten, dass viele Smartphones bei vielen Motiven sogar mit vollwertigen älteren Spiegelreflexkameras, welche vor einigen Jahren noch das Maß aller Dinge waren, mithalten können.

Jedes Jahr kommen immer wieder neue Kameramodelle von verschiedenen Herstellern auf den Markt. Kameras werden zum Teil kleiner, schneller, können mehr Megapixel auflösen, haben ein immer besseres Rauschverhalten.

Um gute Fotos machen zu können musst Du Dir also jedes Jahr eine neue Kamera kaufen? Das ist natürlich Quatsch. Wenn es mit einer 10 Jahre alten Kamera vor 10 Jahren möglich war gute Fotos zu machen, kannst Du mit dieser Kamera auch heute noch gute Fotos machen.

Am wichtigsten sind sowieso die Objektive. Das wirst Du auch bemerken, wenn Du Dich mal in diversen Gebrauchtmarktbörsen umschaust. Während Kameramodelle im Laufe der Jahre recht schnell an Wert verlieren, behalten Objektive in der Regel lange ihren Wert.

Wenn Du also mit einer neuen Kamera liebäugelst, dann darf es wirklich eine gebrauchte sein. Denn was Du am Kamera-Body sparst, kannst Du in gutes Glas investieren. Glaube mir der Wunsch nach guten Objektiven wird kommen, sobald Du Dich mal so richtig in die Fotografie verliebt hast und anfängst nach Perfektion zu streben.

Schauen wir uns die verschiedenen Kameras einmal genauer an. Im Folgenden möchte ich vorerst mal nur auf die unterschiedlichen Sensorgrößen eingehen. So dass Du Dir ein Bild machen kannst, wo hier die Unterschiede sind. Später werde ich auf die Vorteile großer Sensoren eingehen.

Smartphone

Smartphone Kameras haben die kleinsten Sensoren, in der Regel, ca. 3,5 x 4,5 mm.
Im Vergleich zum Kleinbild / Vollvormat von 36 x 24mm. Diese kleinen Sensoren bringen gleich eine ganze Menge an Nachteilen mit. Dazu aber später wenn es um die Bildgestaltung geht. Smartphonehersteller investieren mittlerweile viel in die Kamerasoftware, um dieses Manko ansatzweise auszugleichen.

Kompaktkamera

Eine Kompaktkamera ist auch noch schnell bei der Hand, bietet aber mittlerweile gegenüber dem Smartphone nicht wirklich mehr Vorteile, der Sensor einer Kompaktkamera ist mit ca. 7,6 x 5,7 mm hier am Beispiel der Nikon P7100 zwar schon größer, aber die Software die auf den Smartphones läuft macht diesen Vorteil eigentlich schon weg.

Bridgekameras

Bridgekameras warten dann schon mit einer Sensorgröße von ca.  13,2 x 8,8 mm auf. Diese Größe sollte sich in der Bildqualität schon bemerkbar machen. Hier kann man dann schon von einem besseren Rauschverhalten sprechen. Bridgekameras haben oft einen großen Zoombereich, aber keine Möglichkeit die Objektive zu wechseln, dies sieht man leider manchmal an der Bildqualität. So große Zoombereiche sind selten in allen Stufen gut abgestimmt. Hier geht man einen Kompromiss zwischen Flexibilität und Komfort ein.

Micro Four Thirds (MFT) Kameras

Mit MFT Kameras fängt der Spaß an der Bildgestaltung, was z.B Schärfentiefe betrifft langsam an. Hier ist wirklich schon so einiges möglich. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte und trotzdem Objektive zum Wechseln nutzen möchte, sollte hier evtl. überlegen mit einer MFT Kamera einzusteigen. Tolle Technik und hohe Bildqualität bieten hier Hersteller, wie Olympus und Panasonic. Sensorgröße von MFT Kameras mit rund 17 x 13 mm

APS-C Kameras

APS-C Kameras kommen mit Sensorgrößen (APS-C, DX Nikon, Sony 23,7 x 15,6 mm) und (APS-C  Canon 22,2 x 14,8 mm) daher. APS-C Sensoren kommen oft in Spiegelreflexkameras zum Einsatz, mittlerweile gibt es aber schon eine ganze Weile Kameras ohne Spiegel, welche APS-C Sensoren nutzen.

Vollformat Kameras

Von Vollformatkameras spricht man wenn Kameras so große Sensoren haben, dass es denen der Kleinbildkameras zu analogen Zeiten entspricht, nämlich 36 x 24mm. Diese großen Sensoren bieten in der Regel das beste Rauschverhalten und eine ausgezeichnete Bildqualität. Das Spiel mit der Schärfentiefe, z.B Freistellung von Objekten, oder Personen macht hier besonders viel Spaß. Obwohl man da auch schon mit den APS-C Sensoren auf seine Kosten kommt. Dazu aber mehr in einer späteren Lektion, wo ich noch mehr auf das Thema Schärfentiefe eingehen werde. 

Mittelformat Kameras

Ja und dann gibt es noch die Mittelformat Kameras mit einem riesen Sensor von 48 x 36mm.
Auf diese Kameras möchte ich nicht weiter eingehen, weil sie auch wirklich nur im oberen Profibereich eingesetzt werden und heutige Vollformat Kameras eigentlich schon das wesentliche abdecken. Außerdem sind sie wahnsinnig teuer.

Sensorgrößen im Vergleich

Sensor: Smartphone

3,5 x 4,5 mm

Sensor: Kompaktkamera

7,6 x 5,6 mm

Sensor: Bridgekamera

13,2 x 8, 8 mm

Sensor: MFT Kamera

17 x 13 mm

Sensor: APS-C Canon

22,2 x 14,8 mm

Sensor: APS-C DX Nikon

23,7 x 15,6 mm

Sensor: Vollformat

36 x 24 mm

Sensor: Mittelformat

48 x 36 mm

Fazit: Welche Kamera soll es nun sein

Welche Kamera nun die Richtige für Dich ist, musst Du letztendlich selbst entscheiden.

Wenn Du es ernst meinst mit der Fotografie, dann sollte Deine Wahl schon auf eine Kamera fallen, bei der Du Objektive wechseln kannst. Mit speziellen Objektiven kannst Du Dich besser auf Deine Vorlieben bei Motiven einstellen.

Für Landschaft wirst Du sicher gern ein weitwinkliges Objektiv nutzen wollen, für Portraitfotos Normal-Objektive oder lichtstarke Objektive im leichten Telebereich. Für Tiere evtl. ein Super-Teleobjektiv etc. Kein Objektiv wird in der Regel alles gleich gut abbilden können. Mit Zoomobjektiven wird das zwar versucht, dies geht allerdings immer nur mit Kompromissen, was Bildqualität und Schärfeleistung betrifft.

Wie Du siehst gibt es mit Wechselobjektiven viel mehr Möglichkeiten, als mit einem festverbauten Objektiv. Bridgekameras decken zwar oft die meisten Brennweiten ab, doch geht das oft auf Kosten der Schärfeleistung und ist daher auch oft nur ein Kompromiss.
Also sollte es mindestens eine Micro Four Thirds Systemkamera sein mit einem schon recht großen Sensor.

Solltest Du etwas Gebrauchtes suchen, dann solltest Du Dich vielleicht auch mal unter den digitalen Spiegelreflexkameras umschauen. Viele Fotografen steigen zurzeit auf Spiegellose digitale Systemkameras DSLM´s um und verkaufen Ihre Spiegelreflexkameras. Hier bekommst Du oft günstig sehr gute Kameras mit APS-C Sensoren, oder sogar auch Vollformatkameras.

Auch bei gebrauchten Objektiven kannst Du viel Geld sparen.

Bedenke Spiegelreflexkameras sind oft deutlich größer als Spiegellose Systemkameras. Dies kann muss aber kein Nachteil sein. Ich persönlich habe lieber eine große Kamera in der Hand. Muss diese aber auch immer mitschleppen. Mit einer kleineren Kamera hat man es hier sicher leichter.

Empfehlen kann ich an Dieser Stelle vielleicht eine Nikon d5300 oder auch eine Canon EOS 750d hier bekommst Du viel Kamera für wenig Geld.

Solltest Du gleich in das Vollformat einsteigen wollen, solltest Du Dir unbedingt die Nikon D750 anschauen. Eine tolle Kamera, welche im Jahr 2014 auf dem Markt kam und heute gebraucht echt günstig bei diversen Auktionshäusern zu bekommen ist.

Die Objektivauswahl bei diesen Herstellern ist auch sehr groß. Das sollen aber nur Beispiele sein. Du kannst mit Kameras anderer Hersteller genau so gute Fotos machen. Gute Kameras bauen können die Alle. Du bist es, der schließlich das Foto macht. Welcher Hersteller nun der Richtige ist, ist sowieso eher eine Glaubensfrage. Ich glaube ja, dass Nikon-Kameras bessere Fotos machen. Nein das ist natürlich Quatsch. Ich habe nur mit Nikon angefangen und meinen Objektivpark für Nikon Aufgebaut und von daher werde ich sicher so schnell nicht wechseln.

Letztendlich ist es wohl immer eine Frage des Preises. Vielleicht hast Du ja die Möglichkeit bei einem Freund die eine, oder andere Kamera in die Hand zu nehmen um zu schauen mit welcher Kamera Du Dich am wohlsten fühlst. Ist die Kamera zu schwer wirst Du sie sicher irgendwann zuhause lassen und das wäre ja auch schade.

Egal ob Du nun von deinem Smartphone, Deiner Kompaktkamera umsteigen möchtest, oder gleich mit einer Systemkamera, oder Spiegelreflexkamera in die „Richtige Fotografie“ einsteigen möchtest, sind ein paar Grundlagen sicher von Vorteil. Daher rate ich Die meinen Fotokurs weiter durzuarbeiten, auch wenn es stellenweise mal etwas trocken werden kann.

Erstellt: 28.01.2021
Zuletzt bearbeitet: 06.07.2021

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