Richtig Belichten

Die richtige Belichtung

Im Prinzip geht es beim Fotografieren um das richtige Licht, nicht umsonst spricht man ja auch vom Ablichten. Die richtige Belichtung ist also schoneinmal die Grundvoraussetzung in der Fotografie. Kein Licht, kein Foto so einfach ist das. 
 
Jetzt wird es etwas theoretisch und vielleicht etwas trocken, aber da musst Du jetzt einfach durch. Von nichts, kommt nichts. 
 
Wenn Du bisher nur mit dem Smartphone oder im Automatik Modus Deiner Kamera fotografiert hast, wirst Du Dir über richtig belichten vielleicht noch gar keine Gedanken gemacht haben. Schließlich hat dann diese Aufgabe Deine Kamera für Dich übernommen. Was ja auch gut ist. Der Automatik Modus der meisten Smartphones und Kameras arbeitet im Regelfall ausgezeichnet und es kommt in der Regel auch ein gut belichtetes Foto dabei herraus. Das wars dann aber auch schon, gut belichtet, aber das ist noch lange nicht alles. Du darfst also gespannt sein. 
richtig Belichten

Wer aber anfangen möchte kreativ  zu fotografieren, der sollte spätestens jetzt Überlegungen anstellen, wie man sein Foto mit Licht beeinflussen kann. 

Die Blende

Sicher hast Du in Verbindung mit der Fotografie schonmal etwas von einer Blende gehört, oder gar Weisheiten wie „Sonne lacht Blende 8“ somit ist auch klar, dass die Blende etwas mit der Belichtung zu tun hat. Mit der Blende allein ist es aber noch nicht getan. Was ist die Blende überhaupt und was kann sie?  Dazu kommen wir  gleich noch. 

Belichtungszeit / Verschlusszeit

Neben der Blende gibt es ja noch weitere Faktoren, welche beim richtig Belichten eine Rolle spielen, denn wieviel Licht der Sensor bekommt, wird auch dadurch bestimmt, wie lange der Sensor Licht bekommt. Womit wir auch schon bei der zweiten Komponenten der Belichtung wären, nämlich der Belichtungszeit, oder auch Verschlusszeit. Als Verschluss wird der Vorhang bezeichnet, welcher sich vor dem Sensor befindet und die Belichtungsdauer regelt.

ISO

Weil ja bekanntlich aller Guten Dinge drei sind, möchte ich Dir die dritte Komponente der Belichtung in der Fotografie nicht vorenthalten. Wie empfindlich der Sensor auf Licht reagiert spielt nämlich auch noch eine Rolle. Zum besseren Verständnis, vielleicht ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit. 

Vielleicht hast Du zu analogen Zeiten auch schon eine Kamera in der Hand gehabt. (Klar hast Du das, also ich meine wenn Du so jung und dynamisch bist wie ich)

Vielleicht kannst Du Dich ja noch erinnern, dass auf den Verpackungen der kleinen Filmrollen die Lichtempfindlichkeit des Films in ASA angegeben war. Da gab es z. B. Filme mit ASA 100 und Filme mit ASA 200 etc. .
Einfach gesagt, war es mit ASA Filmen, mit höheren Werten leichter in einer dunkleren Umgebung Fotos zu machen, ohne dabei zu verwackeln, d. h. die benötigte Belichtungszeit konnte bei höherem ASA kürzer sein und man konnte noch frei Hand, also ohne Stativ fotografieren. Diesen Komfort erkaufte man sich, aber dann meist auf Kosten der Bildqualität. Das Foto war dann Körniger, eine Art Rauschen entstand und die Bildschärfe wurde mit zunehmendem ASA auch schlechter. 

So zurück in die Gegenwart; Heute geht es nun ja nicht wirklich mehr um empfindliche Filme, sondern um Lichtempfindlichkeit der Kamerasensoren.  Der Wert wird in ISO angegeben.  Die dritte Komponente in Sachen richtig belichten ist also der ISO-Wert.

Umgebungslicht

Es gibt aber noch einen vierten Faktor, welcher beim richtig Belichten eine Rolle spielt und zwar das Umgebungslicht. Dazu zählt natürlich das Tageslicht, welches bekanntlich seinen Ursprung in der Sonne hat. Auch künstliche Lichtquellen wie Lampen, Blitzgeräte und auch Taschenlampen zählen zum Umgebungslicht. Also quasi alles was irgendwie Licht erzeugt.

Das Umgebungslicht lässt sich nur relativ gut beeinflussen. Auf Sonnenlicht wirst Du wohl den geringsten Einfluss nehmen können, Du kannst es abschatten, oder die Tageszeit wechseln, also später die Lokation besuchen, sollte Dich das vorhandene Licht nicht ansprechen. Dennoch kannst Du die Sonne hervorragend zur Bildgestaltung nutzen. Sie ist Fluch und Segen zu gleich. Das wirst Du sicher noch feststellen.
Bei künstlichen Lichtquellen, besonders bei modernen Blitzgeräten wirst Du es mit etwas Basiswissen, welches ich Dir gern noch vermitteln werde, einfacher haben Einfluss zu nehmen.

Das Umgebungslicht wird in Zahlen als Lichtwert angegeben z. B. LW/0 für eine dunkle Nacht ohne Mond, oder z.B. LW/14 für normales Tageslicht. Eine Erhöhung des Lichtwertes um den Faktor 1 ist gleichbedeutend mit der Verdopplung der Helligkeit. (Bitte merken!)

Komponenten zum richtig Belichten

  • Blende
  • Belichtungszeit / Verschlusszeit
  • Sensoremfindlichkeit (ISO) auch bekannt unter ISO Empfindlichkeit, oder ISO Geschwindigkeit
  • Umgebungslicht

Was ist die Blende?

Die Blende (engl. apature > Öffnung) regelt den Lichteinfall an Kameraobjektiven und besteht im Regelfall aus einzelnen Lamellen, daher auch unter Lamellenblende bekannt. Diese Lamellen lassen sich ineinander so verschieben, dass die Öffnung (Lochgröße) durch die das Licht in das Objektiv einfällt gesteuert werden kann. Die Blende bestimmt also wieviel Licht instantan auf den Kamerasensor fällt und wird in Zahlenwerten angegeben z. B. f1.4 (für eine große Öffnung). Mehr aber dazu, wenn wir zur Lektion Blende und Bildgestaltung kommen.

Was ist die Belichtungszeit?

Belichtungszeit sagt ja schon der Name, es handelt sich um die Länge der Zeit die für eine korrekte Belichtung Deines Fotos benötigt wird. Das heißt das Licht welches während der Belichtung durch die Öffnung Deines Objektivs auf den Sensor fällt, muss solange auf den Sensor fallen, bis die Menge an Licht ausreicht, dass ein korrekt belichtetes Foto entstehen kann. (Boah irgendwie bin ich jetzt stolz auf den letzten Satz :).
Die Werte werden in Zahlen angegeben z. B. 1/60 für den 60zigsten Teil einer Sekunde. 

Was ist ISO?

ISO steht abkürzend für International Standards Organisation und bestimmt die Lichtempfindlichkeit der Kamerasensoren und entspricht den ASA Werten, welche die Filmempfindlichkeit der Filme analoger Kameras bestimmten. Die Werte werden in Zahlen angegeben (100, 200, 800, 1600 etc.). Je kleiner der Wert, desto weniger empfindlich reagiert der Bildsensor auf Licht. 
Super, dass Du bis hier durchgehalten hast, ich bin begeistert . Es war sicher etwas trocken, aber richtig belichten ist auch ein wichtiges Thema. 
Etwas praxisbezogener geht es in der nächsten Lektion weiter. Dort werden wir uns mit dem Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und ISO beschäftigen. Dann darfst Du auch mal Deine Kamera in die Hand nehmen und das Gelernte überprüfen. Trotzdem wird noch einiges an Theorie auf Dich zukommen. 

Erstellt am 30.01.2021

Falls Du noch nicht genug hast, geht es hier weiter zur nächsten Lektion 3: Was ist eine Blendenstufe