Belichtungszeit

In der folgenden Lektion werden wir uns nun dem Zweiten Faktor der Belichtung widmen, nämlich der Belichtungszeit, oft auch als Verschlusszeit bezeichnet. Hier ist die Zeitdauer gemeint, in der, der Verschluss Deiner Kamera geöffnet ist. Das heißt die Dauer der Zeit auf dem Licht auf Deinen Kamera Sensor fällt.

Belichtungszeit als Gestaltungsmittel

Neben der Blende dient auch die Belichtungszeit als Gestaltungsmittel. Du kannst also das Aussehen Deines Fotos mit der Belichtungsdauer beeinflussen. Während die Blende Einfluss auf die Tiefenschärfe Deines Fotos hatte, so kannst Du mit der Verschlusszeit Dinge eingefroren, oder dynamisch aussehen lassen.

Was ist Belichtungszeit?

Definition: Als Belichtungszeit wird die Zeit bezeichnet, in der der Verschluss der Kamera geöffnet ist und Licht auf den Kamerasensor fällt.

Was ist der Verschluss?

Definition: Der Verschluss ist ein Bauteil einer Kamera, welcher den Kamerasensor verdeckt und nur während der Dauer der Belichtung geöffnet wird. Der am häufigsten verwendete Verschluss ist der Schlitzverschluss. Der Schlitzverschluss besteht aus 2 Verschlussvorhängen, welche nacheinander den Sensor freigeben bzw. verdecken.

Belichtungszeit in ganzen Schritten

Jeder Schritt halbiert das Licht auf Deinem Sensor
30s, 15s, 8s, 4s, 2s, 1s, 1/2s, 1/4s, 1/8s, 1/16s, 1/30s, 1/60s, 1/125s, 1/250s, 1/500s, 1/1000s, 1/2000s, 1/4000s, 1/8000s
Die Belichtungszeit wird an der Kamera in Zahlen angegeben z.B. 1/250s und dies bedeutet, den 250zigsten Teil einer Sekunde. Also ziemlich kurz oder?
Wenn Du jetzt Deine Belichtungszeit verdoppeln möchtest, um Dein Bild eine Blende heller zu machen musst Du in diesem Fall in Deiner Kamera den Wert 1/125s einstellen.

Wenn Du aus der Hand, also ohne Stativ fotografieren möchtest musst Du Deine Belichtungszeit so wählen, dass Du Dein Bild nicht verwackelst. In der Praxis hat sich der Kehrwert der verwendeten Brennweite des Objektivs bewährt. Wenn Du jetzt also mit einem Teleobjektiv mit einer Brennweite von z.B.
200mm unterwegs bist, dann solltest Du nicht länger als mit 1/200s belichten. Wenn Deine Kamera, oder Dein Objektiv über einen Bildstabilisator verfügt, dann sind auch längere Belichtungszeiten möglich. Generell gilt natürlich. Wenn Du länger belichten möchtest, oder musst, als Du mit der Hand halten kannst, stell Deine Kamera auf ein Stativ.

Solltest Du Dich schon oft gefragt haben, warum Deine Fotos verwackelt, oder verschwommen sind, dann wird wohl die Belichtungszeit in Deiner Kamera zu lang eingestellt sein. Also solltest Du oft unscharfe Bilder haben, könnte es an Deiner zittrigen Hand liegen. In diesem Fall hilft nur die Verschlusszeit zu kürzen, also z.B. von 1/250s runter auf 1/500s.

Bei der gewählten Belichtungszeit solltest Du natürlich auch beachten was für ein Motiv Du fotografierst. Während Du bei einer Landschaftsaufnahme in der Regel alle Zeit der Welt hast, so wird es beim Fotografieren von Vögeln und schnellen Autos auch mit Stativ schon problematisch. Bei derartigen Motiven sind Belichtungszeiten von 1/500s oder noch kürzer doch sinnvoller. Das bedeutet aber wieder, dass Du die Blende entsprechend öffnen musst, oder die ISO erhöhen musst, da sonst natürlich Dein Bild zu dunkel wird.
Nachteil hier wäre weniger Schärfentiefe, oder mehr Bildrauschen, oder auch beides solltest Du Bauartbedingt Deine Blende nicht weiter öffnen können.

So jetzt aber genug Theorie schauen wir uns das ganze mal an Beispielen an.

Belichtungszeit: 1/2s

Durch die lange Belichtungszeit von einer halben Sekunde wirkt das Wasser bei diesem Wasserfall hier sehr dynamisch.

Belichtungszeit: 1/200s

Dieses Foto wurde mit einer eher kurzen Belichtungszeit aufgenommen, so dass das Wasser bei diesem Wasserfall wie eingefroren wirkt.

Ein etwas extremeres Beispiel sehen wir bei den folgenden Fotos.

Belichtungszeit: 3s

Belichtungszeit: 1/800s

Die Belichtungszeit ist schon ein gewaltiges Gestaltungsmerkmal in der Fotografie und es macht echt Spaß damit zu spielen.

Bei dem Foto mit den 3s Belichtungszeit, musste ich die Blende auf f/32 schließen, da ich meinen Graufilter vergessen hatte und um überhaupt auf so eine lange Belichtungszeit zu kommen, ohne dass das Bild überbelichtet wurde. Bei so einer kleinen Blende haben wir es aber schon mit Beugungsunschärfe zu tun. Wenn Du mit derartigen Belichtungszeiten am Tag spielen möchtest, dann solltest Du über den Kauf eines Graufilters (ND Filter) nachdenken.

Ein Graufilter ist ein Farbneutraler Filter, welcher das Sonnenlicht abdunkelt und somit bei der gewünschten Blende lange Belichtungszeiten ermöglicht.

Weiter geht´s zur Lektion 6: ISO Empfindlichkeit

Erstellt am: 10.02.2021